Warum ein Promi seine Stimme einem kleinen Prinzen leiht

Foto: Manja Kaddereit
Ariane Schön, Prinzensänger Sebastian Krumbiegel, Michael Weber, Annika
Kaufmann und Anett Oesterreich (von links) im Gespräch während eine Pause
beim Video-Dreh.
Foto: Manja Kaddereit


erschienen am 28.08.2019

Für Sie berichtet
Björn Josten

Prinzen-Sänger Sebastian Krumbiegel singt für die Stollberger Theatergruppe "Thea(l)ternativ" ein Werbevideo ein. Das Lied ist für ein neues Stück gedacht. Wie kam es zu der Zusammenarbeit? Stollberg. Michael Weber ist Student. Er kann Klavier spielen; zwar nicht richtig gut, aber immerhin. Als Musiker würde er sich [nicht] bezeichnen. Und doch stammt die Musik für das neue Stück der Stollberger Amateurtheatergruppe "Thea(l)ternativ" aus seiner Feder. Mehr noch: Den Finalsong von "Der kleine Prinz" singt für ein Werbevideo kein geringerer als Prinzensänger Sebastian Krumbiegel, der auch als Schirmherr des Musicals auftritt. Jüngst war eine Delegation aus Stollberg zum Videodreh in Leipzig.

Ganze zweieinhalb Stunden hat sich der Profi in einem Studio Zeit für die Stollberger genommen. "Die Zusammenarbeit war völlig entspannt", berichtet Anett Oesterreich von dem nicht ganz alltäglichen Termin in der Messestadt. "Sebastian hat sich etwas eingegroovt und den Song dann zu seinem gemacht." Besonders in Erinnerung geblieben ist den Stollberger Theaterleuten, dass der Profi immer wieder nachgefragt hat, ob seine Interpretation genehm sei. Natürlich kam von Seiten der Laien kein Veto.

Dass sich Krumbiegel - der von 1976 bis 1985 den Thomanerchor besuchte und später mit den Prinzen, einer der erfolgreichsten deutschen Bands der 1990er-Jahre, tourte - überhaupt für "Thea(l)ternativ" aktiv geworden ist, hat mit dem gesellschaftlichen Engagement des Leipzigers zu tun. Schon früher hat er für den Verein "Menschlichkeit als Tradition" Videobotschaften eingespielt. Daran hat sich Anett Oesterreich, die sowohl in diesem Verein als auch bei den "Theas" aktiv ist, erinnert und den Sänger kontaktiert. "Ich kann da hartnäckig sein", sagt sie. Schließlich hat Krumbiegel sich auf die Aktion eingelassen. "Auch, weil ihm das fertige Lied zugesagt hat", sagt Oesterreich. In dem Lied geht es um Orte und Personen, die es nicht mehr gibt, die aber in Erinnerung geblieben sind. Somit sehen die Theas in dem Song sowohl ein ideales Finale für die neue Produktion, die am 9. November Premiere feiert, als auch ein zeitloses Stück - als eine Art "Thea(l)ternativ-Hymne. Demnächst wird es im Internet präsentiert.

Der Finalsong ist nicht das einzige Lied, das Michael Weber mit seiner Freundin Annika Kaufmann für das Musical geschrieben hat. Insgesamt sind es acht Stücke geworden. Erste Erfahrungen in diesem Metier hat er in der Theatergruppe des Carl-von-Bach-Gymnasiums erworben. Daran hat sich Michael Arnold erinnert und den Studenten angesprochen. Dass nun eines seiner Lieder quasi einen Ritterschlag bekommen hat, ist für ihn und die Theas eine große Sache.

Karten für die Aufführungen gibt es ab September gegen Vorkasse über die Mail-Adresse: karten@thealternativ.de. Weitere Infos: http://thealternativ.de.

( Copyright Chemnitzer Verlag und Druck GmbH & Co. KG vom Mittwoch, 28. August 2019)