Profis greifen den "Theas" unter die Arme

Foto: Petra Wötzel
Musicaldarstellerin Lindsay Hamilton (r.) unterstützt
Anett Oesterreich bei der Atemtechnik.
Foto: Petra Wötzel


erschienen am 05.07.2019

Von Petra Wötzel

Die Laiendarsteller vom Verein Thealternativ proben bereits für ihr nächstes Stück, das im November Premiere feiert. Damit wagen sie ein Experiment. Stollberg. Konzentriert singt der Chor vom Stollberger Verein Thealternativ auf der Bühne der Turnhalle Mitteldorf das Finallied für ihr aktuelles Stück "Der kleine Prinz". Als der letzte Ton verklungen ist, springt Lindsay Hamilton auf. "Das war schon sehr gut", lobt die Sängerin mit dem leichten Akzent. Darüber freuen sich die Akteure, möchte die ausgebildete Musicaldarstellerin doch bis zur Premiere am 9. November die Laiendarsteller bei den Vorbereitungen für ihr aktuelles Stück unterstützen, ihnen Tipps und Hinweise geben. "Die Schnupperstunde ist ein erstes Kennenlernen und der Auftakt zu einer konstruktiven Zusammenarbeit", so Silke Bauer-Hollenbach von Verein.

"Das Publikum soll merken, dass ihr als Sänger selbstbewusst eine Botschaft transportiert. Ihr müsst an das, was ihr singt, glauben. Es muss von Herzen kommen", erklärt Lindsay Hamilton. Die zweifache Mutter lebt seit 13 Jahren in Deutschland, wegen der Liebe kam sie hierher. Sie wirkte in bekannten Produktionen in London mit, sang die Rolle der Eva Peron in "Evita", gestaltete große Shows mit, trat in New York und auf Kreuzfahrtschiffen auf.

Nach mehr als 20 Dramen, Komödien, Lustspielen und Kriminalstücken wagt die Laientheatergruppe vom Verein Thealternativ nun ein Experiment. Unter der Regie des erfahrenen Theaterpädagogen Michael Ö. Arnold und der Schirmherrschaft des Musikers und Sängers der Band "Die Prinzen", Sebastian Krumbiegel, bringen sie ab November das Meisterwerk von Antoine de Saint Exupéry "Der kleine Prinz" als Musical auf die Bühne. Acht Soli, zahlreiche Duette und zwei Chorlieder haben Annika Kaufmann und Michael Weber für das Stück komponiert. Die Rohfassung der Songs sind nun erstmals mit Technik geprobt worden. Der Student für Grundschullehramt ist seit drei Jahren im Verein aktiv. "Die Lieder haben überwiegend Balladencharakter und erzählen Dinge, die hinter den Figuren stecken", sagt der 22-jährige. Auch er nutzt die Gelegenheit zu Gesprächen mit der renommierten Fachfrau Lindsay Hamilton, die zwischen Saal und Bühne hin und her flitzt. Das Energiebündel aus Großbritannien gibt den Frauen und Männern zahlreiche Tipps.

So bekommen die Chorsängerinnen und Sänger, aber auch Solistin Anett Oesterreich, nicht nur für diese Inszenierung, sondern auch für spätere Rollen Hinweise zur korrekten und kraftsparenden Atemtechnik, zu Aussprache und zur Bewegung auf der Bühne. Wichtig war Lindsay Hamilton das Thema Harmonie bei den Aufführungen.

"Es braucht immer einen Moment, an dem Akteure und Publikum zusammenkommen. Egal ob ihr beim Refrain zum mitklatschen oder mit Fingerschnipsen animiert: Die Leute warten darauf, werden die Gemeinsamkeit lieben und das Stück positiv in Erinnerung behalten", weiß Lindsay Hamilton aus Erfahrung.

( Copyright Chemnitzer Verlag und Druck GmbH & Co. KG vom Freitag, 05. Juli 2019)