René Kaps steht mit Passion auf der Bühne

Der Hobbyschauspieler ist seit etwa 14 Jahren festes Ensemblemitglied beim Amateurtheater Thea(l)ternativ. Im neuen Stück steht er als Cleante Harpagon auf der Bühne.


VON CRISTINA ZEHRFELD
Foto: Andreas Tannert
Stollberg. Die Donnerstagabende sind bei René Kaps fest verplant, denn dann ist Probenzeit bei den Thea(l)ternativen. Im Moment geht es besondersg geschäftig zu. Durchlaufproben sind angesetzt, Kostüme werden geschneidert, letzte Requisiten gebaut. Am 9. November hat das Stück "Die Geizigež Premiere, eine Bearbeitung von Molières gleichnamiger Komödie.

18 Mimen stehen diesmal auf der Bühne. In die Titelfigur der geizigen Madame Harpagon schlüpft Katrin Zeidler. Ihre Kinder werden von Tina Zeidler (Elise) und René Kaps (Cleante) verkörpert. Trotz jahrelanger Erfahrung ist jede Rolle für René Kaps eine neue Herausforderung: "Das Besondere ist diesmal, dass ich sehr lange auf der Bühne zu sehen bin und auch viel Text habe."

Zum Theater gefunden hat der 31-jährige im Alter von etwa 14 fahren beim Schultheater an der Turleyschule in Oelsnitz. Damals sei Örni (Anm.: Michael Ö. Arnold) der Regisseur gewesen, und er habe ihn gleich zum Kinder- und Jugendtheater Burattino mitsenommen. Als zweites Hobby neben dem Fußball war das Theaterspielen fast etwas zu viel, doch die regelmäßigen Auslandsgastspiele des Ensembles waren ein Zugpferd und sorgten dafür, dass René Kaps zur Stange hielt. Und so stand er schon bald als Papa Carlo in "Die Abenteuer des Burattino", als Holzmännchen in "Ellis Rückkehr ins Wunderland" und als "Fürst Dick von Wams" in König Drosselbart auf der Bühne. Seinen Auftritt als Esel in den "Bremer Stadtmusikanten" bezeichnet er heute als seine peinlichste Rolle.

Doch auch beruflich hatte die Theaterleidenschaft Auswirkungen: Nach dem Mittelschulabschluss lernte Kaps Bühnentischler am Städtischen Theater Chemnitz. Danach erwarb er die Fachhochschulreife und studierte Architektur. Trotzdem ist er dem Theater immer treu geblieben. Er wechselte als 17-jähriger nahtlos vom Kindertheater Burattino zum Erwachsenentheater Thea(l)ternativ. Die wichtigsten Grundlagen hat Kaps bereits bei Burattino mitbekommen: "Man lernt Mimik und Gestik, sicheres Auftreten und Körpersprache. Ich möchte es nicht missen und würde das jedem Kind empfehlen. Dabei Iernt man Selbstvertrauen fürs Leben."

Hinter der Bühne ist er in seiner Profession als Bühnentischler gefragt. Dabei hat sich TheaQ)ternativ von den anfangs sehr aufwendigen Bühnenbilder verabschiedet und agiert nun in eher sparsamer Kulisse. Ein Vorteil, wie René Kaps einräumt: "Ein reduziertes Bühnenbild lenkt nicht so vom Spiel ab, man bietet dem Zuschauer Freiraum, sich die Räume selbst komplett zu denken und wir sind flexibler bei Gastspielen."

Inzwischen sitzt der Text, auch wenn René Kaps bekennt: "Ich lerne den Text besser auf der Bühne als zu Hause." Der letzte Tand für die liebevoll gestalteten Kostüme ist in Arbeit. Die Probenarbeit wird intensiviert. Doch auch wenn damit das Lampenfieber vor der Aufführung in greifbare nähe rückt, sagt Kaps: "Theater zu spieien ist ein super Ausgleich um auch mal auf andere Gedanken zu kommen."


DIE KOMÖDIE "DIE GEIZIGE"

hat am 9. November 19:30 Uhr Premiere. Eine weitere Aufführung gibt es am 10. November, 15 Uhr. Beide Veranstaltungen finden im Theaterpädagogischen Zentrum statt. Der Eintritt kostet 8 Euro. Karten gibt es unter (037296) 87155 oder 0151 50718432.

(Freie Presse STOLLBERGER ZEITUNG vom Samstag, 2. November 2013)